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Maschinen Telegraph

  

   Hamburg Süd Gruppe 

   Drei Monate nach der Jahrhundert-Sturmflut
   auf Grosse Fahrt u.a. bei der Hamburg Süd Gruppe.

   










 

 
















M.T. Johan Carel Oetker
   

 Stapellauf 1941 in Malmö/Schweden und 1945 fertiggestellt. 
 Ein 10.296 BRT grosser Tanker (Rufzeichen DGJE) mit 43 Mann
 Besatzung im Charter für die damalige neue Bundesmarine,
 die noch keine eigenen Tanker hatte.
 Die Brücke bzw. Ruderhaus war noch "aus Holz".


Johan Carel Oetker, Reederei Postkarte






Liegeplatz Kiel-Wik Tirpitzhafen an der Scheermole neben Z1 ( D170 ) und Z2;
die ersten Fletcherklasse-Zerstörer des 1. Zerstörer Geschwaders der neuen
Bundesmarine sowie die schnellen Minensuchboote des 2. Minensuchgeschwaders
und das geborgene ehemalige XXII Kriegsmarine U-Boot (U-2540) "Wilhelm Bauer"
(heute Museumsboot) sowie das erste neue U-Boot der 201 Klasse...
   

  In eineinhalb Monaten sind wir nur einmal ausgelaufen! daher 
  musterte ich wieder ab.  Funkoffizier Lange
liess mich noch
  Mittschiffs das Messing putzen. Später erfuhr ich, dass das Schiff
  nur wenige Monate danach mit glänzendem Messing abgewrackt
  wurde. Mit einem Marine V-Boot von Tirpitzhafen zum Anleger in
  Kieler Bahnhofs nähe und zurück nach Hamburg.


M/S Hildegard

RAO Holzbrücke 8  Nach meiner Rückkehr aus Kiel, im HSDG
  (Hamburg Süd) Personalbüro,
  seinerzeit im alt ehrwürdigen Haus
  Holzbrücke 8 Hamburg 11, nahm ich das
  Angebot an, sofort auf der MS Hildegard
  anzumustern.

  M/S Hildegard BJ 1958 (Rufzeichen DAFG) ein 1.352 BRT,
  nur 72 Meter Langes, kleines Kühlschiff mit 21 Mann
  Besatzung. Als "Kustenmotorschiff" für die Nord Ostsee
  Reederei in Elsfleth gebaut. Von Hamburg Süd übernommen
  und auf "Grosse Fahrt" geschickt. Schiffe der Hildegard Grösse
  würde man heute höchstens als Feeder einsetzen.














 

Als Messbüdel (Messejunge)

Fünf Kontinente
Trampfahrt auf der "Hildegard", von Juni 1962 bis Juni 1963.


  
   


Ohne festes Ziel
 

Die Hildegard war ein Trampschiff ohne festes Ziel. Tramper fuhren in der Regel vom letzen Löschhafen ohne einen Zielhafen zu haben.

Atlantik 1962  
  Blick von meiner
  Kammer 1962. 
  Sonnenfinsternis am 31.
  Juli im Südatlantik. 

  




  
  
 
  
 

Kuba Krise

U.a. die Kuba-Krise (die Welt stand am rande eines Atomkrieges) hautnah in Höhe Puerto Rico erlebt. Mehrere Überflüge von US Neptune Aufklärern im Tiefstflug und diverse Begegnungen mit US Kriegsschiffen (wir hatten einen rot/weissen Schornstein ähnlich der Sowjetischen Handelsmarine).
Eines Morgens kurz vor Sonnenaufgang brachte ich dem 1st. Offz. einen Kaffee auf die Brücke. Wir wurden mit Lichtsignalen angemorst und der "ältere" Erste reagierte darauf nicht. Er murmelte etwas vor sich hin wie "die sollen uns in Ruhe lassen".  Beim Verlassen der Brücke bekam ich noch mit wie er aufgeregt rief "Flagge hissen". Angeblich hätten wir einen Schuss vor den Bug bekommen. 
Ich bekam nur noch mit, wie mehrere Zerstörer mit hoher Geschwindigkeit im ersten Tageslicht in Kiellinie auf uns zuhielten und sehr knapp an unserem Heck nacheinander vorbeifuhren.     

Laut freigegebener US Militärdokumente -Naval Quarintine of Cuba- waren die
Kriegschiffs-Kommandanten angewiesen Schiffe, die nicht auf Funk/Licht-u.
Flaggensignale reagierten mit einem Schuß Exerziermunition (powder charge) zu
warnen und erst danach mit einem scharfen Schuß vor den Bug und anschließend
einen Schuß direkt auf das Schiff abzufeuern.
-
Titelseite der Washington Post: "U.S. will sink Defiant Arms Ships".

mayaguez 1962  Mayaguez 1962

  Einheimische Arbeiter.
  Be-u. Entladen der
  Hildegard, damals noch 
  "Knochenarbeit".
   

  





  Seefahrtsromantik

  Duftende Kaffee Säcke, Kisten u. Fässer,
  bis Mitte der 1970er das übliche
  Stückgut am Hafen-Kai. 
  Schachtelschiffe, abgelegene Container- 
  Häfen
, kurze Liegezeiten und moderne
  Technisierung lautete das ende der
  Seefahrtsromantik ein.
 
Schauerleute (vielfach Tagelöhner) und
  der alte Tallymann sollten auch bald
  vergangenheit sein.  

 
  Die Schiffsmannschaft trug damals keine
  Schutzhelme, Overalls, Sicherheitsschuhe
  oder sonstige Schutzausrüstung wie es
  heute üblich ist. Viel liefen bei der
  Decksarbeit in Shorts und offenen
  Latschen herum.

  Kreuzfahrtschiffe? auf Reede, nein, 
  damals sah man vielleicht mal ein
  Linienschiff. 



Mona Passage

Im August 1962 lagen wir mehr als zwei Wochen vor Anker zwischen Hispaniola und Puerto Rico, ausserhalb der Dreimeilenzone, in der Mona Passage, da wir auf eine neue "Order" warteten.
Am Abend des 16. August passierte uns die von der Hamburg Süd bereederte  Ursula Horn im geringen Abstand mit voller Decksbeleuchtung und mit gegenseitigem Gejubel und Schiffstyphonen.

MS Ursula Horn Ursula Horn








 Foto : Dr. Karl-Heinz Hochhaus

Einige "klein Hörnies", auch liebevoll "Hörnchen" genannt (u.a. Ursula Horn, Waltraut Horn, Marie Horn) fuhren wie wir ebenfalls eine zeitlang Thunfisch von West Afrika und die Kanaren zur Verarbeitung in die Karibik nach Mayaguez und Ponce.

Neue "Orders"

Keiner wusste wie lange wir hier draussen auf See in der Hitze warten müssen (Klimaanlagen gab es nicht). Wir tauschten Schnaps und Zigaretten gegen Angelzeug mit Fischern aus Puerto Rico und diese brachten sogar unsere Post an Land... 

Haifisch Angeln
 ...es wurde geangelt und zum Teil
    auch aus Langeweile gesoffen


    Alle haben gejubelt wo es endlich am
    29. August hiess wir bekommen eine
    neue Fracht in Santos.




Unser grosser Kühlschrank gab unterwegs den Geist auf und wurde nordlich des 
Äquators in Höhe Französisch Guayana über Bord geworfen. Seinerzeit dachte
man sich nichts dabei. Auch Oelrückstände, damals einfach in`s Meer gepumpt!
Äquator Überquerung am 5. September 1962 um 10Uhr Morgens


Echte Seefahrt

MS Hildegard in Sierra Leone   Eine
   unvergessliche
   schöne Zeit, als
   Seefahrt noch
   echte Seefahrt
   
war und Schiffe
   wie Schiffe
   aussahen
 


   



 Wie die meisten Schiffe damals,
 hatte die M/S Hildegard
 eigenes Ladegeschirr
 und war wie hier in West Afrika
 unabhängig von Landkränen.


Lange Liegezeiten

Lange Liegezeiten, z.B. Santos, Brasilien im September 1962 ganze 10 Tage.
An Santos 11. Sept. ab Santos 21. Sept.

  Beim Einlaufen gab es eine gegenseitige Begrüßung
  mit den Schiffstyphonen, denn wann treffen sich
  drei Hamburg Süd Schiffe in einem fernen Land.
  Damals war Süd Amerika wirklich fern von Europa.

  Wir lagen hinter einem Cap San Schiff, evtl. die
  Cap San Diego die Ende März 1962 auf ihre 
  Jungfernfahrt
ging. Wir gingen längsseits eines
  anderen älteren Hamburg Süd Schiffes, dessen
  Name mir ebenfalls entgangen ist.

  Unsere Gangway und Landverbindung
  wurde von unserem Schornsteindeck
  auf deren Hauptdeck gehievt 
  (unser Schiff war viel kleiner).
  Als Jugendlicher durfte ich nur bis
  22 Uhr an Land, aber Seeleute sind
  erfinderisch
. Punkt 22 Uhr war ich
  an Bord und eine halbe Stunde später
  über die besagte Gangway wieder an
  Land verschwunden.

Palm Lines 1963  Mit hübsche Brazilianische Begleitung
  im Kino den Film Happy end in September
  in Portugiesisch angeschaut. 
  Trotz der geringen Heuer (DM75,00) war
  eine 90 Km Taxifahrt über die Serpentinen
  strasse rauf nach Sao Paulo für eine
  Handvoll Cruizeros noch erschwinglich.

  In Santos wurde der Leitende Ingenieur
  beauftragt, einen neuen Kühlschrank
  zu kaufen.

Geliefert wurde dieser kurz vor dem Ablegen. Armer Leitender Ing. der Kühlschrank
war an Bord unbrauchbar!! ausgerechnet der Lt. Ing. hat Wechsel- und Gleichstrom
nicht bedacht.


  von links 3. Offizier 
  Wolf  Bluhm, 
  Kapt. Erwin Schmidt
  u. Frau,  Funkoffizier
  Heinz Baumann,
  "Moses Lübcke"
  u. Leichtmatrose
 
Jürgen Langer. 
  Fotograf war
  Jungmann Uwe
  (Eule) Groth.





 

   Sportlichste Aufgabe

   Bei solch einem kleinen Schiff
   kamen die Brecher sehr
   häufig über`s Deck, auch bei
   relativ leichtem Seegang
   3-4Bft. 
   Getränkekisten
aus dem
   Deckshaus zwischen den 
   beiden McGregor Luken zu
   holen war meine sportlichste
   Aufgabe
.  


   Auf`s Deck gesprungen um
   hinter der ersten Luke in
   Deckung zu gehen, um den
   überkommenden Brecher
   abzuwarten. Dann auf die
   Luke rauf und ein Sprint zu
   den Aufbauten, beim nächsten
   Brecher, runtergesprungen,
   Schott geöffnet und
   blitzschnell rein.
   Dasselbe Spiel, diesmal mit
   eine Kiste Wasser/Bier, in
   umgekehrter Richtung.
     
  
  

  Der Brückenwache und dem Rudergänger 
  hat`s immer wieder Spass gemacht zuzusehen,  
  "ob er es diesmal wieder schafft".











Rock and Roll am 31.10 -01.11.1962

Einen schweren Sturm (Orkan) erlebten wir nicht etwa im Atlantik sondern Ende
1962 -im Mittelmeer-! Süd-östlich von Sardinien traf uns das am härtesten.
An Schlaf oder auch nur sitzen war nicht zu denken, das Meer spielte Ball mit unserem Schiff und ich ging auf die Brücke, wo Kapitän Schmidt mich sinngemäss
mit den Worten begrüsste: "ja, Klaus wenn man zur See fährt kann man was erleben" und "quetsch Dich da in die Ecke, sonst fliegst Du mir durch die ganze Brücke". Obwohl ich ganz unten in der Bordhierarchie war, durfte ich mich
jederzeit überall auf dem Schiff bewegen. 

Schwere Brecher schlugen sogar über die Brücke hinweg. So etwas hätte ich nicht für möglich gehalten. Angst hatte ich merkwürdigerweise nicht, es war eher ein großes Abenteuer. Wegen der tobenden See mussten wir in der Nacht beidrehen und am 1. November 1962 in der Bucht von Cagliari Schutz suchen und dicht unter Land vor Anker gehen. Wie in der alten Segelschifffahrtszeit wurde mit
einem Handlot (Leine mit Gewicht) die Wassertiefe bei der Einfahrt ständig ausgelotet (gemessen).

Aufkommende Orkanstärke

  In zwei Jahren Seefahrt habe
  ich ein paar Stürme erlebt aber
  so etwas nur einmal. Der Blitz
 
(Schiffselektriker), ein Berliner
  Süßwassermatrose
, hatte seine
  Schwimmweste angelegt und
  meinte das wäre das Ende.
  Aber so schnell sinkt ein Schiff ja
  auch nicht. Schiffe sind meist
  stärker als die Besatzung! 
 
Bei aufkommendem Sturm 
  ließen sich die beiden
  achterlichen verrosteten
  wasserdichten Schotten nicht
  schließen.

Bei stark überkommender See mussten die Schotten durch Rostklopfen und mit Fett wieder gangbar gemacht werden. Für mich ein prägendes Erlebnis in Sachen Sicherheit, es muss immer erst etwas passieren bis gehandelt wird!



  31.10.1962
  Stunden vor den richtigen
  Sturm!        


 

















  Schiffe sind in der Regel
  stärker als die Besatzung!    














Sturm erprobt Haus- bzw. Schiffstiere von 3t. Offz. Bluhm.  

   



Weihnachten auf See
     
1962 höhe Puerto Rico                                             

Weihnachten auf See 1962
 Im Salon:
 Rechts
 1st.Offizier
 Hugo Kürbs 
 Links
Jungmann Uwe
 
genannt "Eule".
 Dazwischen Maschinen
 Assi Wolfgang "Hasi"
 Schneegass.
 
vorne 2.Ing Hirtler.
 

 



    HSDG Silbermesser Offiziersmesse u. Salon


 
    Für die 21 Mann Besatzung gab`s drei Messen an Bord
    getrennt nach hierarchien:
  
  - Salon: Kapt. u. Leitenden Ingenieur
  - Offiziers Messe
  - Mannschafts Messe
  






    Naturlich habe ich in "meiner" Offiziersmesse gegessen.



   Am Ruder
 
  Die Backschaft lies ich häufig liegen und durfte auf der Brücke,
  freiwillig viele Stunden am Ruder verbringen, (der Rudergänger
  konnte "Fofftein moken").  Im Kartenraum konnte ich auch
  regelmäßig den Kurs, noch dilettantisch, berechnen.

MS Bleichen ebenfalls BJ1958
  Brücke der "Bleichen" 
  wie die "Hildegard"
  ebenfalls BJ 1958  
 
  Damals müsste der Ruder- 
  gänger und der Wachoffizier
  auf der Brücke stehen.
  Die heute auf Handelsschiffen
  üblichen Gemütlichen (Schlaf?)
  Sesseln gab es nicht.


 Navigation noch mit Sextant und Besteck.
 Digitale Seekarten und GPS unbekannt!
 Verbindung mit der Heimat über Norddeich
 Radio
noch per Morse- bzw. Kurzwellen
 
Funk. Satellitentelefonie u. Satellitennavigation
 
kam erst viel später. "Handys", Internet
 und E-Mail
noch Zukunftsmusik!
 Im Gegensatz zu vielen anderen Schiffen
 war die Hildegard mit Radar ausgestattet...

...Dieses war aber häufig defekt und unbrauchbar. Im dichten Nebel fuhren wir mit langsamer Fahrt mit einem zusätzlichen Ausguck am Bug, dieser musste, wie in der alten Segelschifffahrt, in regelmäßigen Abständen die dortige Schiffsglocke läuten. Vom Schornstein schallte laufend das Signalhorn. Die Handelsschiffahrt wurde erst ab den 1960er nach und nach mit Radar ausgestattet.
 

  Bootsmanöver

  In einem Jahr gab es lediglich ein Feuer u.- ein Bootsmanöver.
  Nachdem das Rettungsboot zu Wasser gelassen wurde, lief es
  voll, da das Holz vollkommen ausgetrocknet war.



Gefrorenen Thunfisch
für Puerto Rico...


...übernahmen wir eine Zeitlang von japanischen "Mutterschiffen" in West Afrika  und den Kanarischen Inseln mit eigenes Ladegeschirr.
 

  Dieser Schwarz Afrikaner, nur mit einem Kaffeesack
  bekleidet, ist mir bis heute in Erinnerung geblieben.
  Der Koch hatte mitleid und gab ihm ein Teller Reis
  mit Fleisch und soße. Er hat alles mit der Hand gegessen.

    Seemannssonntag


    Nicht schwer zu erraten, dass wir ständig
    Tunfisch in allen Variationen zum Mittag
    aufgetischt bekamen.
    Die Verpflegung an Bord war für damalige
    verhältnisse gut. Drei mal am Tag gab es ein
    warmes Essen. Am Seemannssonntag gab es
    sogar frische Brotchen zum Frühstuck. 
    
    Der heute fast vergessene Seemannssonntag
 
  (Donnerstag!) geht auf eine alte Tradition der
    Christlichen Seefahrt zurück und stammt wohl
    aus der Nordisch/Germanischen Mythologie.
    Gott der Seefahrer war Thor bzw. Donar =
    Thorsday (Thursday) bzw. Donarsdag  
    (Donnerstag)


Polizist und Thunfisch

In fremden Häfen wurde ich ad hoc zum Übersetzen gerufen oder an Land geschickt um Besorgungen zu machen, weil kaum jemand an Bord Englisch richtig verstehen konnte, u.a. in Ponce, Puerto Rico wo ein Polizist an Bord kam und keiner verstand was er wollte. Es stellte sich heraus, dass er lediglich einen Thunfisch aus der Ladung abstauben wollte!

  In vielen Häfen
  stellte uns der
  Agent (hier
  Palm Line)
  einen Wagen
  zur Verfügung.




Hamburger
und Militärpolizei


In Ponce, Puerto Rico ein in Europa bislang unbekannten "Hamburger" in einem "Drugstore" probiert.  Es sollten mehr als zehn Jahre vergehen bis der "Burger" nach Deutschland kam.

Unser Stammlokal in Ponce war in der Calle Isabel, nahe der alten Feuerwache
in der heutigen Touristenzone. Bis heute klingt hit Nr.1 von Chubby Checker
"Limbo Rock" und "let`s Limbo some more" in meinen Ohren.

In Ponce`s kleinem Hafen lag häufig zeitgleich mit uns, ein Lykes Lines Frachtschiff. Die Besatzung verkehrte auch in unserem Lokal, und jedes mal wenn ich die Kneipe betrat, standen sie auf, mit ihren Getränken in der Hand, und sangen die erste strophe der britischen Nationalhymne. 

Spät Abends bin ich ins Gespräch gekommen mit zwei US Militärpolizisten, die in unserer Kneipe im Zentrum regelmäßig nach US Soldaten Ausschau hielten (Off Limits). Diese waren gut drauf und führen uns in ihrem Streifenwagen zu unserem Schiff.  Kapt. Schmidt und der Ltd. Ingenieur saßen an Deck und bekamen ein Schreck als wir vier aus dem mit sechs Personen voll beladenen Streifenwagen ausstiegen. Die beiden glaubten uns nicht dass wir nichts ausgefressen hatten!

In Neapel, Italien wurden "Eule" (Jungman) und ich (Messejunge) von ein paar
US Marine Offiziere "standesgemäß" im Offiziers Club eingeladen und bewirtet.
Die Amis denen wir begegneten dachten immer ich wäre ein Brite!
 

 Sierra Leone Hilton


  (Fischerhütten)







Eio Maru



 













Zum Mutterschiff gehörten zwei Fangtrawler. Im Bild an Deck.
 

Teezeremonie

Mit dem Schiffsarzt der Eio Maru - hier in Dakar -  hatte ich mich angefreundet.
Dabei lernte ich ein paar brocken Japanisch und bekam an Bord eine Einführung in die traditionelle Teezeremonie. Mit seine Tochter Mioko Sasao hatte ich eine kurze Brieffreundschaft.

In Dakar betreute uns eine Nette kleine Französische Agentur Agentin die einige von uns in ihrer klapprigen Citröen "Ente" u.a. ins Kino kutschierte.



Maschinenschaden im Atlantik

1963 während wir mitten im Atlantik ohne Motorkraft in hoher Dühnung trieben, hat die Maschinenmannschaft (Kellerkinder) einen Kolben mit bordeigenen Mitteln
und Kettenzügen ausgewechselt. Ich frage mich, ob man heute dazu in der Lage
wäre! Ein in der Ferne vorbeifahrenden Tanker (eher seltenes Ereignis) fragte per Funk nach ob wir Hilfe benötigten.

Die kaputten Kolbenoberteile

Kaputten Kolbenoberteile    


 
  












MS Hildegard Maschinenraum Maschinenraum

 3. Ing. Johannes Oje am
 Fahrstand mit Schwitztuch
 
 In den Tropen war es in 
 den kleinen Kammern 
 (Kabinen) unglaublich heiss,
 unten im Maschinenraum 
 fast unerträglich.
 Treppengeländer konnte
 manchmal nur mit
 Festmacherhandschuhe
 berührt werden so heiß war
 das Metal. 


Der Decks Wachoffizier verteilte täglich eine Salztablette an jeden Besatzungsmitglied um den Salzverlust des Körpers auszugleichen. 

Was für ein Unterschied zu den heutigen Klimatisierten und Klinisch sauberen Maschinenräumen. Ausser den leitenden Ingenieur, den 2. und 3. Ing., sowie
die beiden Ing. Assistenten und einen Elektriker gab es noch den Reiniger
& Schmierer. Maschinen wurden noch manuell bedient.


 
 
 Ing. Assistent
 Hans Peter Maier


 









Dakar M/S Hildegard neben Eiryo Maru 



















2.Offz. Peter Salecker und Funker Heinz Baumann.


Einbaum mit Affen   Sierra Leone  

   Händler mit einem Affen (vorne im
   Boot), den ein Assi gekauft hat,
   und Monate später wieder in Afrika
   an Land ausgesetzt hat.
   Das Leopardenfell vorne im Boot
   erweckte kein interesse. 


   Dem Affen brachte ich häufig
   lebende Kakerlaken aus der Pantry.
   Diese hat er gierig geschnappt und
   gegessen.










  Damals war die Welt in Ordnung.
  Heute wollen sie alle nach
  Deutschland oder "Germoney".










                                 

  
   Der Fußweg in die "Stadt"
   Fehltritt = Krokodil Futter


















  Bermuda Dreieck
  

  Anfang April 1963 ging es von Puerto Rico
  durch das Saragasso Meer (mit treibenden
  Saragasso-Algen) durch das Bermuda Dreieck
 
nach New York.

  Wir haben weder Seejungfrauen (Leider)
  noch den Fliegenden Holländer gesehen!




 
 

  New York


  Laderäume schrubben
 
 
  Wegen der strengen US
  Hygienebestimmungen
  haben wir alle, noch auf
  See, die Laderäume
  schrubben dürfen...

...(auch Schiffsoffiziere, Funker und Steward). Einlaufen unter der im Bau befindlichen
Verrazano-Narrows Brücke und an der Freiheitsstatue vorbei.

Heute kaum vorstellbar, als Messejunge im Hafen von New Jersey beim kurzfristig angesetzten Verholen (Liegeplatzwechsel) des Schiffs musste ich (gerne) als Festmacher fungieren.

Auf den weg nach New York bekamen wir per Funk mit das die USS Thresher ein Atom U-boot bei testfahrten nordlich von uns am 10 April vor Cape Cod verloren ging.

  Coney Island NYC













Den Broadway rauf und runter, mit 25 cent in der Tasche, begleitet von der Musik von brandneuen US Hit Nr.1  "I will follow him" von Little Peggy March.

Bei der Rückkehr von Manhattan fehlten mir 10c für die U-Bahn zurück nach  Jersey City, ausgerechnet ein Puerto Ricaner in meinem Alter, der hinter mir an der Kasse stand, bezahlte für mich. Wir unterhielten uns während der Fahrt und verabredeten uns für den Abend. 


  In dieser Gegend sah ich ausser
  mir, keine "Gringos". Übernachtet habe
  ich bei dem Puertoricaner und seinem
  Bruder. Als Gastgeschenk hatte ich
  eine Flasche Don Q Puertorican Rum
  dabei. Ich habe eine für New Yorker
  Verhältnisse überwältigende
  Gastfreundlichkeit
erlebt. Zu keiner
  Zeit fühlte ich mich unsicher.











Stolzer Moses

Auf Reede vor dem Hafen Puerto de la Luz Las Palmas passierte uns das ehemalige Segelschulschiff der Kriegsmarine "sss Horst Wessel" Schwesterschiff der ersten "Gorch Fock". 1946 ging sie leider als Kriegsbeute zur US Coast Guard...


  Flagge gedippt

   ...da sich ausser mir
  keiner an Deck befand
  habe ich eigenmächtig
  unsere Flagge gedippt

  ...seit langem ein
  traditioneller Brauch,
 
dass Kriegsschiffe von
  Handelsschiffen
 
entsprechend begrüsst
  werden.

 Foto: USCG

Salut erwidert

Die Dreimastbark "USCG Eagle" und die nachfolgende Eskorte, bestehend aus mehreren Coastguard "Kuttern", haben nacheinander mein Salut erwidert.
Inzwischen war unser 3. Wachoffz. in der Nock erschienen und schaute sich
das Ganze zufrieden an. Er hat sich wohl gewundert warum der gesamte
Schiffsverband uns Grüßte.

- Alle US Coastguard Schiffe ganz gleich welcher größe werden Kutter genannt -


  

  Blick von der Nock
  aufs Schornstein 
  und Bootsdeck. 











Spanische Marinebasis

Ebenfalls auf Reede vor Las Palmas wurden einige von uns abends mit unserem Arbeitsboot zum Landgang von unserem Koch rüber "gewriggt" und abgesetzt. Verabredet wurde, dass wir um Mitternacht an derselben Stelle abgeholt werden. Erst als wir an einem bewachten Tor, auf der Innenseite ankamen, stellten wir fest, dass wir uns innerhalb einer spanischen Marinebasis befanden. Palavern half nicht, man lies uns nicht raus und wir wurden in ein Gebäude zu einem Offizier geführt. 
Nachdem wir mit Händen und Füssen erklärt haben, wie wir da reingekommen sind, wurden wir alle hinausbefördert. Die Spanier fanden es nicht witzig.




 Nach dem Kapt. der wichtigste Mann an
 Bord!
  unser Koch Hubertus. 




 

Bevor wir uns getrennt haben, verabredeten wir uns erneut später im Hafen bei einem japanischen Mutterschiff zu treffen. Um Mitternacht nach viel Überzeugungsarbeit bei dem unwilligen japanischen Wachgänger, wurden weitere japanische Matrosen geweckt, um uns im Dunkeln raus zu unserem Schiff zu rudern. Als Gegenleistung bekamen die Japaner ein paar Stangen Zigaretten und Schnaps. Tagsüber sind wir manchmal zu den damals leeren Stränden rüber gerudert. Unvorstellbar das an diesen Stränden heute die Hotels aneinander reihen und die Touristen fast übereinander liegen.

Liverpool 1963


  Einlaufen Liverpool
  Achtern 2t.Offz. Peter Salecker









 
  Fast am Ende unserer ein Jahr
  lang dauernden Reise in
  Liverpool zur Beatles Zeit...

...Cavern club besuch.
   Als Top Ten, Kaiserkeller u.
   Starclub "Kunde" in Hamburg
   zur Beatles Zeit ein muss.
 




 
  Achterdeck, vor der Kombüse
  der Koch Hubertus Jatzkowski
 
und Wolf Schmidt, Matrose
  aus
 Rio Negro Uruguay


  ...Besuch, aus Edinburgh
  unser alter Sunbeam Talbot.

Island "Vor dem Vulkan"

Von Liverpool ging es durch die Irische See und Nord Atlantik rauf nach Island.
In Rekjavik, Siglufjördur und den Westmänner Inseln haben wir liebenswerten und gastfreundlichen Menschen erlebt. Die bunte "Stadt" Rekjavik, zur Zeit der Prohibition, konnte man Füßläufig durchqueren. Kneipen fehlanzeige, es gab auf Island bis in die 1980er kein Alkohol, hatten wir aber reichlich an Bord, wie in Skandinavien haben wir gute Geschäfte gemacht. Tourismus und Kreuzfahrer, noch lange Zukunftsmusik!
Fünf Monate nachdem wir den kleinen Fischerhafen von Heimmaey verlassen haben entstand der Feuerriese "Surtsey", eine neue Insel aus Feuer und Lava war vor Heimaey entstanden. Nach den späteren verheerenden Vulkanausbruch 1973, "nach dem Vulkan", eine veränderte Landschaft, eine veränderte Insel. Seitdem sprechen die Isländer von der Zeit vor, und nach dem Ausbruch.


Memel
/ Klaipeda

Militärisches Sperrgebiet der Sowjetunion

Letzter Hafen unserer fast ein Jahr langen Reise von Island kommend war Memel oder Klaipeda, wie es seit 1945 heisst.  Russische Garnisons stadt und militärisches Sperrgebiet bis weit in die 1980er Jahre.  (Gehört zum heutigen Lithauen).

Nachts leuchteten ständig starke Suchscheinwerfer den Hafen ab.
Der Hafen umzäunt und stark bewacht. Zwei Soldaten "bewachten unser Schiff", einer im Kran oben (bei den Kranführer) und einer an der Gangway. Die Russen veranlassten, dass alle Kameras eingezogen und weggeschlossen wurden. An Land durften wir bis spätestens 23 Uhr unter der Auflage die Stadtgrenze nicht zu verlassen.
In der kleinen Russischen Garnisonstadt wimmelte es auf dem alten Kopfsteinpflaster von Soldaten und Militärfahrzeugen. Wir scherzten, dass es bald gegen den Westen los geht.

Ich war ganz erstaunt, dass ich unauffällig ín Deutsch angesprochen wurde.
Es hatte sich herumgesprochen das ein ausländisches /deutsches Schiff im Hafen lag. Zu dieser Zeit wusste ich nicht das "Klaipeda" zuvor (seit 1252) eine deutsche Hafenstadt war, die 1945 von der UdSSR annektiert wurde.

  Der Hafen war voller
  sowjet Kriegsschiffe.   


   




Landgang Juni 1963

Jeden Tag bin ich an Land gegangen und habe mir Klaipeda angeschaut und mich unter die Menschen gemischt. Dabei zog ich mir meine ältesten Sachen an, damit ich nicht so sehr auffalle. Es war wie ein Sprung zurück in eine andere Zeit und eine andere Welt. Im Kontrast zum Westen und all den exotischen Ländern, die ich gesehen hatte, wirkte das sowjetisch kommunistische Memel dunkel und deprimierend. Was hatten die Sowjets aus der einstmals hübschen Ostpreussen- Stadt Memel gemacht.

Bei den normalerweise sehr strengen Kontrollen am Hafeneingang wurde ich von dem diensthabenden sowjetoffizier, mit dem ich mich mal nett unterhalten habe, immer wieder einfach durchgewunken und er pfiff dabei den untergebenen Wachsoldat, der vor seinem Wachraum stand, zurück. 

Kurz vor dem Auslaufen habe ich ganz andere kennengelernt, die an Bord kamen, um unser Schiff zu durchsuchen. Einer der russischen Soldaten hat mich mit seiner Kalaschnikow in meine Kammer zurückgedrängt, indem er mir die geladene Waffe immer wieder in meinen Bauch drückte.  
Ein Kinderspiel im Vergleich zu deren unvorstellbaren Gräueltaten und Massenmorden als Rache an der ostpreussischen Zivilbevölkerung.

Der Anfang einer bis heute tabuisierten ethnischen Säuberung an mindestens 12 Millionen Deutsche, die noch lange nach dem Krieg in Osteuropa andauerte ist nur die Spitze des Eisbergs.

"Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer" Kipling  ...und lange nach seinem ende!
 

26 Jahre später berichtet das Hamburger Abendblatt  "erst ende 1987 durfte eine Gruppe Bundesburger in das ehemalige Sperrgebiet der Sowjetunion nach Memel  Reisen".  24 Jahre nachdem wir dort  - im Sperrgebiet - gewesen sind!

  

HEIMREISE
und Abmusterung am 6. Juni 1963  
 
Von Memel ging es durch die Ostsee und anschliessend durch den Nord-Ostsee
Kanal nach Cuxhaven in die Werft auf dem Gelände der heutige City Marina
Abgemustert und mit der "Dampf-Eisenbahn" zurück zum Tor der Welt.

Messejunge auf grosse Fahrt 





















Reise Reise

Die Höchstgeschwindigkeit der "Hildegard" betrug nunmehr, u.a. durch Verschleiss und Bewuchs, statt 13 Knoten nur noch ca. 10 Knoten. Langsamer als eine moderne Hafenfähre. Die Kakerlaken hatten sich an Bord in den Tropen um das Hundertfache vermehrt.

Die Hildegard transportierte u.a. Stückgut, Bananen, Orangen, Ananas, Thunfisch, Butter und sogar Altkleider als Beiladung von NYC nach Neapel.
(dabei wurde ich stolzer Besitzer eines roten Samt jackets)

An Urlaub standen mir am Ende der Reise 23 Tage zu. 40 freie Tage wurden abgegolten"Reise Reise" ( Weckruf ) täglich um 5.30. 
Meine Arbeitszeit ging von 6 Uhr + 19 Uhr auch Samstag und Sonntag!
Die monatliche Heuer betrug DM 75,00. (ca. 18 US$)
Heute würde man "Ausbeutung und Sklavenarbeit" schreien. 
Für uns damals Normalität und nebenbei noch echte Abenteuer erleben und die vom Tourismus noch unberührte Welt erleben zu dürfen.


   Verkauf der Hildegard 1970 an Panama
   unter dem neuen Namen M/S Samir1











  
 

     T.T.S Caperata


      Deutsche Shell Tankergesellschaft
     
       

Shell Tanker TTS Caperata








TTS Caperata Rettungsboot    
    Juli/August 1963 eine Reise als
    M`Steward mit der TTS Caperata
    von Hamburg durch den Suezkanal, 
    das Roten Meer und Persischen Golf
    nach Kuwait.






Dampf-Turbinentanker TTS Caperata. Erstes Schiff unter Deutscher SHELL Flagge, 1958 bei der Deutsche Shell Tanker Ges. in dienst gestellt. 1950 bei Bethlehem Steel in den USA gebaut. (Von 1950 - 1958 Shell Tankers Panama Inc.)  Abgewrackt 1976 in Bilbao. 

Schlepper und Lotsenleiter

Mit der U-Bahn früh morgens an den Landungsbrücken angekommen stellte ich fest, dass ich mit der Fähre zum weit entfernten Kattwyk Hafen das Auslaufen meines Schiffes verpassen würde. Taxigeld Fehlanzeige. Ein Wasserschutzpolizist gab mir den Tip einen der Schlepper zu nehmen, damals lagen diese an den Landungsbrücken. Ich rannte so schnell es ging (mein Gepäck war schon an Bord) und durfte ohne Problem zur Caperata mitfahren. 
Um von Schlepper auf die Caperata zu kommen musste ich über die schwankende Lotsen "Jacobsleiter" klettern, ein Sturz aus der Höhe auf das Metalldeck des Schleppers wäre gelinde gesagt sehr unangenehm gewesen. Seitdem habe ich grossen Respekt für die Lotsen die dieses Kunststück fast täglich vollbringen.

Meine Kammer (Kabine) die ich mit einem der gleichaltrigen Messejungen teilte
war aussergewöhnlich gross, mit drei bzw. vier Bullaugen, und lag ganz achtern unter Deck. Die Kammer, aus Feuerschutzgründen ganz aus nacktem Metall,  (Klimaanlagen gab es nicht) sollte ganz schön heiss im Roten Meer und Persischen Golf werden. 

An Deck stand meist ein Eimer Kujampelwasser mit Kelle für die Besatzung.
Kujampelwasser = Eiswasser mit Fruchtsaft/Sirup gemischt.

Abgesehen von der üblichen Schiffsbesatzung gab es noch einen "Chinamann", (Chinesischen Wäscher) und sogar ein Bäcker an Bord. 

Tanker Terminal Kattwik  Tanker Terminal
 
Kattwyk-Hafen
  August 1963 




  Vier Schlepper waren nötig
  um uns vollbeladen an die
  Pier
zu bringen. Links oben
  der "Fastmoker".

  Inzwischen in Vergessen-
  heit geraten dass die
  grossen Tanker damals
  Hamburg versorgten,
  bevor die Oel-Pipeline
  von Wilhelmshaven
  gelegt wurde.
 

Abmustern TTS Caperata

 
Postboje
 
Den Scherz mit der "Postboje"  ( Briefkasten auf hoher See! ) kannte inzwischen
jeder Neuling. Ich liess mir was neues einfallen; beim Baden in unserem mit
Salzwasser gefüllten Bordschwimmbad aus Holz und Persenning.
Der neue Schiffsjunge wollte mitbaden und ich schickte ihn zum Kapitän, um eine
"Eintrittskarte" zu holen. Es war Mittags und der Kapitän pflegte in seiner
Kammer sein Mittagsschlaf zu halten. Wir haben uns fast in die Badehose
gepinkelt so haben wir gelacht als er in seiner Badehose Mittschiffs zum Kapt. lief.


Unerlaubter Landgang

Vor Port Said am frühen Abend vor Anker gegangen um den vorgeschriebenen Konvoi zu bilden und den Gegenkonvoi bis Mitternacht abzuwarten.
Ich sprach den an Bord gekommenen Ägyptischen Wachmann an, ob er für ein Bakschisch beide Augen zudrücken würde und ein Boot für mich und den Koch für einen Landgang besorgen würde. Er wollte, aber für einen verbotenen Landgang konnte ich wohl schlecht einen Vorschuss beantragen. Der Koch hatte aber reichlich US$ und ab gings bis kurz vor Mitternacht an Land.

  Fata Morgana

 Am frühen Morgen aufgewacht
 und als erstes an eine Fata
 Morgana
gedacht.
 Durch die Bullaugen sah es so
 aus, als würden wir durch eine
 endlose Wüste fahren. Im Sand
 lagen noch ein paar Panzerwracks
 aus dem kurzen 1956er Krieg.
 



Damals hatte die noch enge Fahrrinne eine Breite von lediglich 42 Meter sowie 13 Meter Tiefe. Recht eng für einen 23 Meter Breiten Tanker mit 9 Metern Tiefgang.
Die Transitzeit für die 160KM von Port Said nach Suez, ca. 24 Stunden.

























Mena al Ahmadi

Tanker Terminal Kuwait

 


TTS Caperata 1963 Kuwait














Kuwait

Bis auf die große lange Pier war ein Landgang verboten. Angeblich hätte es
negative Vorkomnisse mit Einheimischen gegeben. Dreißig Jahre später landete ich wieder hier, diesmal auf dem Luftwege, mit Lufthansa.


Gr. Bittersee

Unser Konvoi lag ein paar Stunden vor Anker im Gr. Bittersee in der brütenden Hitze
um den Gegenkonvoi abzuwarten und passieren zu lassen. Keine vier Jahre später
begann der Sechstage Krieg und zwei deutsche Schiffe die Münsterland und Nordwind mussten hier im Gr. Bittersee während der Kampfhandlungen ausharren.

M/S Münsterland einlaufend Hamburg   (Super8 Screenshots)



  Auch heute warten
  die Schiffe im
  Gr. Bittersee auf
  den Gegenkonvoi.













Rotes Meer

Vorbei an unbekannten kleinen Fischerdörfern u.a. Scharm El-Scheich und Hurghada. Zwanzig Jahre später begann dort der Tourismus. 
Auf der Rückreise von Kuwait, während wir vor Suez vor Anker lagen, wurde ein Bootsmanöver angeordnet, wobei eine (nicht angeordnete) Anlandung auf der Sinai Halbinsel vorgenommen wurde, um die Füße mal wieder an Land zu vertreten. 

   TTS Caperata 
   Maschinenraum 










   Fotos Herman Coning














 TTS Caperata
 auf großer Fahrt mit
 Schüler Praktikanten












T.T.S Caperata Sturmfahrt

Fotos: Kapitän Manfred Toensfeld (1. Offizier der Caperata 1972-73)

Für Land u. Kreuzfahrtratten sowie Süßwassermatrosen unvorstellbar.








































































M/S Nils Holgersson 1 1963 (Reedereipostkarte)

Reederei Postkarte M/S Nils Holgersson (1)











M/S Nils Holgersson 1963  Travemünde-Trelleborg Linie  
  Einhundertundsieben Reisen mit der
  1962 in Dienst gestellten (ersten) 
  M/S Nils Holgersson.
  Der Skandinavienkai wurde zeitgleich mit
  einem Liegeplatz eröffnet. 

  
 
   


  
  
 





  M/S Falke Argo Reederei
  u.a. 1954 Unbegleitetes Kind

  




  
  
 
  Kombifrachter "Falke"
 
max. 24 Passagiere Bj.1950 
  Abfahrten von Schuppen 22
  (heute Hafen City) via Bremen nach Leith. 




Atomschiff "Otto Hahn" in Hamburg

NS Otto Hahn  Das Deutsche
 
Nuklearschiff 
  N/S "Otto Hahn"
  (16,870 BRT Stapellauf
  1964) Das dritte von
  einem Kernreaktor
  angetriebenen zivilen
  Atomschiff nach den
  Sowjetischen Eisbrecher
  "Lenin" u. der US
  "Savannah".
 






DFDS M/S Kronprins Frederik
Esbjerg - Newcastle 1965 (Als Passagier) 

 
 
 
 Mein Opel Rekord
 P2 Caravan 
wird 
 per Kran beladen.
 Kaum zu glauben,
 damals spielte
 Opel noch in der
 ersten Automobil
 Liga.



 





Hamburg
2011

Museumsschiff "Cap San Diego" (Reederei Hamburg Süd 1962)

Cap San Diego